Drei wichtige Faktoren für einen erfolgreichen Test von Windows 7 in Ihrem Unternehmen sind: Benutzer begeistern, konkrete Kommunikationspläne ausarbeiten und eine Anwendungsauslegung erstellen.
Wenn bei Ihnen ein Windows 7-Pilottest auf dem Programm steht, sind Sie nicht alleine. Der Support für Windows XP endet 2012 und durch die Liste attraktiver Merkmale von Windows 7 sagt Forrester Research eine aggressive Umstellung auf Windows 7 voraus. Aus der Umfrage des Unternehmens bei 655 PC-Entscheidungsfindern in nordamerikanischen und europäischen Unternehmen geht hervor, dass zwei Drittel der Unternehmen von einer Migration zu Windows 7 ausgehen (Fundstelle: “Windows 7 Commercial Adoption Outlook,” [Aussichten für die Übernahme von Windows 7 in Unternehmen] Forrester Research, Inc., November 2009.).
Bevor diese Migration stattfinden kann, werden natürlich Pilottests durchgeführt, deren Erfolg von vielen derselben besten Praktiken für das Projektmanagement abhängt, die auf jedes andere Projekt zutreffen. Kommunikation, Buy-in, Überwachung und andere wichtige Faktoren des Projektmanagements sind von ausschlaggebender Bedeutung. Aus diesem Grunde haben wir sieben Schritte zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, einen erfolgreichen Windows-Pilottest durchzuführen.
Mit der Planung und den Anforderungen beginnen. Bevor Sie mit dem Pilottest beginnen, sollte das Unternehmen einen eindeutigen Geschäftsfall haben, um Windows 7 zu testen, bei dem von der obersten Unternehmensleitung bis zur IT-Abteilung ein Buy-in festgelegt wird, sagt Glen Gramling, Senior Vice President für Verkauf und Marketing von Infogain, einem IT-Lösungsanbieter für Unternehmen, der auf die Integration und benutzerdefinierte Anwendungsentwicklung spezialisiert ist. Für die Rollen und Verantwortlichkeiten eines jeden Beteiligten sollten ebenfalls Buy-ins vorhanden sein. Außerdem ist ein festgelegter Standard für die Projektmanagement-Methodologie und -Richtlinien notwendig. In diesem Standard wird festgelegt, was für Ihr Unternehmen am besten funktioniert, sagt Gramling, aber von besonderer Wichtigkeit ist Folgendes:
- Die Unterstützung der Interessengruppen sichern. Dieser Schritt ist absolut notwendig. Ohne Unterstützung durch die Interessengruppen ist der Misserfolg garantiert. Und wenn Sie meinen, dass diese Unterstützung selbstverständlich ist, dann sollten Sie noch mal darüber nachdenken. „Für den Misserfolg von Projekten sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: mangelnde Unterstützung der Interessengruppen oder ein fehlendes starkes Projektmanagement“, sagt Gramling.
- Bestimmung eines Projektleiters. Es ist unbedingt notwendig, dass einer Person die Leitung übertragen wird. Diese Person leitet den Pilottest dann von Anfang bis Ende und sie ist auch der Ansprechpartner für Probleme, Bedenken usw. Ohne starke Projektleitung und die durch diese Person bestehende geschlossene Rückmeldungsschleife können wichtige Informationen verloren gehen.
- Einen Kommunikationsplan ausarbeiten. Die Kommunikation muss eingehend und häufig sein. Gramling empfiehlt für das Projektmanagementteam wöchentliche Meetings, wobei die Möglichkeit vorhanden sein muss, dass Probleme, die zwischen diesen Meetings aufkommen, schriftlich weitergegeben werden. Ebenso wichtig sind festgelegte Möglichkeiten zur Weiterleitung von Informationen in die verschiedenen Ebenen des Unternehmens.
Das Interesse von Benutzern erregen. Windows 7 bietet neue Merkmale, wie z. B. Virtualisierungsmöglichkeiten, die ein Buy-in vereinfachen können. Elvis Cernjul, Vice President für IT von Spiegel Brands ist von Direct Access (womit Benutzer ohne VPN auf Unternehmensnetze zugreifen können) und BranchCache (wodurch die Zeit, die Benutzern damit verbringen, auf Downloads von Dateien von allen Teilen des Netzes zu warten, verkürzt werden soll) begeistert. Cernjul sagt, dass Windows 7 recht leicht verkäuflich ist, wenn man Interessenten mit diesen Merkmalen bekannt macht und damit, wie dadurch ihre Jobs vereinfacht werden.
Derzeit führt Cernjul einen Pilottest von Windows Server 2008 durch; den Pilottest von Windows 7 wird er bald starten. Er hofft, das neue Betriebssystem im gesamten Unternehmen mit mehr als 600 Laptops einzuführen. Er geht davon aus, dass er Buy-ins von Endbenutzern bekommt, wenn er auf die spezifischen Möglichkeiten verweist, auf die Windows 7-Merkmale dem jeweiligen Benutzer persönlich helfen werden, anstatt über die Umsatzerhöhung für das Unternehmen oder einen anderen Top-down-Ansatz zu sprechen. Er meinte, dass ein Buy-in weitaus einfacher zu erreichen ist, wenn Leute persönlich an einem Produkt interessiert sind, wodurch jeder auch größere Erfolge erzielt.
Bewertung der Anwendungen und Abhängigkeiten des Unternehmens. Der Haupthinderungsgrund für die Verwendung eines neuen Betriebssystem sind laut Gramling Probleme mit der Anwendungskompatibilität. Die Anwendungen und technischen Einzelheiten der meisten Unternehmen sind nicht richtig dokumentiert, weshalb er empfiehlt, mit einer Bestandsaufnahme der Anwendungen zu beginnen, um eine Anwendungsauslegung zu erstellen, in der auch Abhängigkeiten enthalten sind (wie Anwendungen zusammenhängen und aufeinander wirken).
Raj Nath, CEO von NathCorp, ein Beratungsunternehmen für Anwendungsmigration, sagt, dass er an diesem Punkt meistens Anwendungssuiten findet, die auf der Middleware eines Drittanbieters basieren. Er achtet auf Probleme, wie z. B., ob der Middleware-Anbieter keine neue Version hat, oder dass in der neuen Version so viele Änderungen vorhanden sind, so dass es lange dauern würde, alle Anwendungen so auszulegen, dass sie mit der neuen Middleware funktionieren. Nath weist darauf, dass in Windows 7 zum Glück Technologien enthalten sind, die sich Kompatibilitätsproblemen durch Angebote wie XP Mode und Med-V annehmen. Durch diese Windows 7-Merkmale kann eine Anwendung innerhalb einer virtuellen Windows XP-Umgebung transparent ausgeführt werden, wobei es für den Endbenutzer so aussieht, dass er einfach Windows 7 auf dem Desktop hat.
Entscheiden Sie sich für Pilottester und erstellen Sie einen Schulungsplan. Nath empfiehlt, die ersten Tester aus der Abteilung mit den geringsten Problemen bei der Anwendungskompatibilität auszuwählen. Dies trägt dazu bei, dass positive Ergebnisse erreicht werden.
Sicherlich können andere Faktoren im Spiel sein. So ist es zum Beispiel sehr unwahrscheinlich, dass sie mit Benutzern beginnen wollten, die kritische Funktionen durchführen, selbst wenn sie die wenigsten Kompatibilitätsprobleme haben. Cernjul dagegen wählt aus jedem Unternehmensbereich einen (oder höchstens zwei) Benutzer, um die umfassendsten Anwendungen gleichzeitig zu testen.
Außerdem muss ein Plan ausgearbeitet werden, um Benutzer mit Windows 7-Merkmalen bekannt zu machen. Nath empfiehlt, Benutzer auf Microsoft-Veröffentlichungen aufmerksam zu machen, damit Benutzer beginnen können, Windows 7 zu benutzen, wodurch die Schulungsverantwortung der IT-Abteilung reduziert werden kann.
Mit dem Nachweis der Konzeptphase beginnen. In dieser Phase richtet IT eine kleine Anzahl an Computern ein, so dass sie der Standardkonfiguration des Unternehmens entsprechen. Dann wird der Einsatzplan anhand des Computers getestet. In dieser Phase müssen unbedingt Probleme mit der Anwendungskompatibilität getestet werden. Außerdem müssen alle auftretenden Probleme gelöst werden, bevor mit den Pilottestern begonnen wird, sagt Nath.
Pilottest durchführen. Durch den Pilottest kann Cernjul feststellen, ob ein Upgrade zu Windows 7 die Mühe und Kosten wert ist. Irgendwann muss die Migration ja durchgeführt werden, sagt er, da der Support für XP im Jahr 2014 endet. Die Frage ist, ob der jetzige Zeitpunkt richtig ist.
Cernjuls Hauptsorge gilt Kompatibilitätsproblemen im Zusammenhang mit einigen von Speigels eigenen Anwendungen, die auf .NET basieren. Während des Office 2007-Pilottest des Unternehmens funktionierte das System beispielsweise mit den Citrix- und SAS-Systemen des Unternehmens nicht gut. Diese Probleme mussten gelöst werden, bevor Office 2007 im ganzen Unternehmen eingeführt werden konnte.
Ebenso wurden durch einen Windows Vista-Pilottest eine Reihe von Kompatibilitätsproblemen deutlich, wie die BlackBerrys des Unternehmens, was einer der Gründe war, warum das Unternehmen bei Windows XP blieb. Diesmal hat Cernjul kaum Zweifel daran, dass das Unternehmen im Laufe der Zeit auf Windows 7 umstellen wird. Durch den Pilottest wird sich jedoch herausstellen, ob vielleicht gewartet werden sollte. Selbst wenn die Pilottests gut verlaufen, wird Cernjul warten, bis ein Windows 7 Service Pack 1 vorhanden ist, bevor er den Einsatz auf breiter Ebene durchführt.
Wie lange ein Pilottest dauert, hängt vom Unternehmen und seiner Terminierung ab. Nath empfiehlt, dass ein Pilottest für die Dauer von etwa einem Monat geplant werden sollte. Diese Zeitspanne ist für die meisten Unternehmen ausreichend, um einen gesamten Zyklus an geschäftlichen Aufgaben zu durchlaufen. Für manche Unternehmen kann diese Zeitspanne länger angesetzt werden, wie z. B. für einen Verleger, der eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift herausbringt. Für einige Jobs kann dieser zeitliche Rahmen kürzer sein, z. B. für Assistenten der Geschäftsleitung. Wichtig ist, dass die Zeitspanne des Pilottests eine volle Repräsentierung der Aufgaben ermöglicht, die getestet werden sollen.
Darüber hinaus empfiehlt Nath, dass während derselben Zeit für die nächsten Pilottester eine Konzeptprüfungsphase eingeplant wird. Dadurch kann die Einführung schneller durchgeführt werden und die Benutzer verlieren nicht das Interesse.
In dieser Phase ist es ebenso wie in jeder anderen Phase eines Projekts wichtig, dass „geprüft, geprüft, geprüft und nochmals geprüft wird“, meinte Gramling. Sie sollten den Fortschritt und die Kommunikation unter den Teammitgliedern überwachen. Achten Sie auch darauf, dass die Rückmeldungsschleifen geschlossen sind, damit korrigierende Maßnahmen umgehend durchgeführt werden können, wenn ein Problem oder Fragen zur Anwendungsabhängigkeit auftreten. Gramlings Unternehmen führt im Allgemeinen eingehende wöchentliche Prüfungen durch und hat eine wohl bekannte Kommunikationsmethode eingeführt, falls zwischen diesen Meetings Probleme auftreten.
Für Cernjul ist eine enge Kommunikation ein weiterer Vorteil, wenn aus einer Gruppe nur eine Person ausgewählt wird. Dadurch kann er einen engen Kommunikationspfad einrichten, wodurch Benutzer offen sein können und wissen, dass sie gehört werden. Diese Kommunikation ist unbezahlbar.
Schriftlich festhalten. Am Ende eines Pilottests erstellt Gramling ein Weißpapier, das er seinen Kunden übergibt und in dem erklärt wird, was stattgefunden hat. Darin werden auch Anwendungsabhängigkeiten und andere technische Informationen genannt. Wenn Sie Ihren Pilottest selbst vornehmen, scheint diese Vorgehensweise vielleicht übertrieben zu sein. Er meint jedoch, dass dies nicht der Fall ist. „Mitarbeiter verlassen das Unternehmen oder werden versetzt, und ein solches Schriftstück kann Ihnen in der Zukunft Zeit und Mühe sparen“, meinte er. „Außerdem können Interessengruppen damit Erfolge verkünden.“









