Windows XP wird bald nicht mehr unterstützt und die Geduld der Benutzer mit Vista ist erschöpft, aber Windows 7 ist weit mehr als nur ein langweiliges weiteres Betriebssystem. Auf 7 Arten und Weisen macht Windows 7 den IT-Tag leichter und das von der Bereitstellung an.

Windows 7 erobert die Enterprise-IT-Abteilungen im Sturm. „Die positiven Verbraucherberichte über Windows 7 haben bereits begonnen, die Enterprise-IT-Manager direkt zu beeinflussen“, erklärt Benjamin Gray, Senior Analyst bei Forrester Research. „Da die Verbraucher sich Windows 7 zuwenden, erwarten sie nun auch entsprechende – wenn nicht bessere – Rechnererfahrungen mit ihrer IT-Abteilung.“

Dieser wachsende Druck aus den Reihen der Mitarbeiter, die die Umstellung auf Windows 7 fordern, ist für IT-Manager ein merklicher Vorteil. „Bei Windows Vista hatten die Manager das Gefühl, dass sie das System Ihren Mitarbeitern verkaufen mussten – und dass sie dabei womöglich versagten“, so Gray. „Bei Windows 7 ist das nicht mehr der Fall. Jetzt möchten die Mitarbeiter Teil der Windows 7-Pilotversuche sein, weil sie sofort deren Nutzen für ihre Produktivität erkennen.“

Obwohl eine hohe Einführungsrate unter Mitarbeitern entschieden dazu beiträgt, dass die Rolle der IT-Abteilungen bei der Umstellung des Betriebssystems leichter wird, ist das nicht die einzige Art und Weise, wie Windows 7 die Arbeitsbelastung der IT reduziert.

Nachfrage nach Aktualisierungen

„Wir haben beobachtet, dass viele Firmen schnell auf Windows 7 umstellen, und zwar zeitgleich mit ihrer PC-Aufrüstung“, so Michael Silver, Analyst bei Gartner. „Viele von ihnen übersprangen Vista und verlängerten ihre normalen PC-Aktualisierungszyklen wegen des Konjunkturabschwungs.“

„Jetzt gibt es bei den PCs einen Nachholbedarf. Aber es besteht auch eine starke Nachfrage nach Windows 7, insbesondere weil so viele Firmen Windows Vista übersprungen haben und die Windows XP-Unterstützung am Auslaufen ist“, so Silver. Er weist darauf hin, dass Microsoft XP ab April 2014 nicht mehr unterstützen wird, warnt jedoch, dass viele Händler die XP-Unterstützung sehr viel früher einstellen werden, womit die Unternehmen, die noch nicht auf Windows 7 umgestellt haben, dann in der Bredouille sitzen.

Windows XP SP2 trat Anfang des Jahres in die Extended-Support-Phase ein, was bedeutet, dass keine weiteren Verbesserungen mehr erfolgen werden. Am 7. Juli 2010 zieht Windows XP SP3 dann nach, so Benjamin Gray von Forrester. Die Extended-Support-Phase beider Versionen, Windows XP SP2 und SP3, endet am 8. April 2014. Danach werden laut Grays Warnung keine neuen Sicherheitsupdates und Patches mehr erscheinen.

Fast 80 % aller Unternehmens-PC werden nach Gray immer noch mit Windows XP betrieben. Die meisten Enterprise-IT-Abteilungen können XP und XP-basierte Anwendungen nicht mehr lange unterstützen. Die Arbeitsbelastung, falls der Versuch unternommen wird, kann leicht zu viel werden.

„Das eigentliche Problem besteht in den Schwierigkeiten, die sich aus der Weiternutzung eines Betriebssystems wie Windows XP ergeben, das keine Mainstream-Unterstützung mehr genießt“, stimmt Al Gillen zu, der Vice President Programme der Abteilung System Software bei IDC.

Aber die Gründe für eine Einführung von Windows 7 liegen nicht allein in dem Wunsch, von Windows XP wegzukommen. Die Fachleute weisen darauf hin, dass das neue Betriebssystem für Unternehmen jeglicher Größe erhebliche Vorteile bietet.

Enterprise-IT-Abteilungen gewinnen gleich 7-fach durch die Nutzung von Windows 7

„Windows 7 bietet eine gewisse Verbesserung hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit, insofern könnte das Produkt potenziell die Betriebskosten durch die Erhöhung der Produktivität der Endbenutzer stufenweise senken“, so AL Gillen von IDC. „Aber das Produkt bietet auch eine Reihe von Eigenschaften, die die IT-Abteilungen schätzen werden, darunter einige Verbesserungen bei der Verwaltung.

Außerdem besitzt das Produkt einige die Zusammenarbeit fördernde Eigenschaften, die sich in einer Umgebung dann besonders stark auswirken, wenn sowohl der Windows Server 2008 R2 als auch Windows 7 im Einsatz sind“, fügt er hinzu.

Neben diesen Vorteilen gibt es sieben Arten und Weisen, in denen Windows 7 die Arbeitsbelastung von Enterprise-IT-Abteilungen senkt:

1. Die bereitwillige Akzeptanz bei den Mitarbeitern bedeutet weniger Schulungsbedarf. Weil die meisten Mitarbeiter Windows 7 gerne benutzen wollen und einige es bereits zu Hause versucht haben, muss das IT-Personal weniger Schulungen durchführen und hat weniger Arbeit. Das ist ein wahrer Segen im Vergleich zu den mit der Werbung für Vista und den Vista-Schulungsanstrengungen verbundenen Strapazen und Sorgen

2. Windows 7 gibt dem Benutzer das Recht, Windows XP als Gastbetriebssystem zu hosten. Für den Zeitraum, in dem Softwarehändler sich im Übergang befinden, ist das eine wichtige Eigenschaft. Einige Anwendungen basieren auf Windows XP; einige werden schnell umgestellt, um aus Windows 7 Vorteile zu ziehen. In der Zwischenzeit ist diese Flexibilität sehr hilfreich.

Jedoch soll hier nicht behauptet werden, dass die Umstellung von Windows XP auf Windows 7 für IT-Abteilungen total narrensicher ist. „Sie können nicht direkt von Windows XP auf Windows 7 aktualisieren“, so Mike Karp, Gründer und erster Analyst von Infrastructure Analytics. „Andererseits sollten Sie sich die Desktopvirtualisierungskapazitäten von Windows 7 besonders gut ansehen. Wenn Sie diese Leistung verstehen und entsprechend planen, kann sie für den Support wie ein Geschenk des Himmels sein.“

Windows 7 wird mit den Komponenten Windows Virtual PC und Windows XP Mode ausgeliefert, sodass Sie diese Anwendungen entweder „sandboxen“ oder im XP-kompatiblen Modus laufen lassen können. „Darüber hinaus haben Kunden mit Software Assurance-Verträgen Zugriff auf das Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP), einem Teil des Tools Microsoft Enterprise Desktop Virtualization (MED-V), mit dessen Hilfe IT-Fachleute virtuelle Bilder bereitstellen und verwalten können, womit sie die letzten Hindernisse auf dem Weg zur Bereitstellung von Windows 7 beiseiteräumen“, so Benjamin Gray von Forrester.

Vista gestattet den Upgrade.

3. DirectAccess verspricht die Vereinfachung der Konnektivität für Nutzer von Mobilgeräten. Der Ärger mit Support-Problemen bei Mobilgeräten ist damit zum größten Teil vorbei, sicher zur Erleichterung der IT-Mitarbeiter. Zudem gestattet BitLocker to Go die Verschlüsselung von austauschbaren Datenträgern, ein echter Beitrag zu den Sicherheitsmaßnahmen der IT-Abteilung.

4. BranchCache verbessert den Netzwerk-Zugriff für Filialen und Remote-Mitarbeiter. Kurz gesagt, bedeutet dies, dass Filialen und Remote-Mitarbeiter den gleichen schnellen Zugriff haben wie das in der Hauptverwaltung tätige Personal. Das Herunterladen von Dateien an Remote-Standorten geht sehr viel schneller. Microsoft erklärt dies folgendermaßen: Nach der Entsperrung von BranchCache seitens der IT-Abteilung wird eine Kopie der Daten, auf die von einer Intranet-Website aus zugegriffen wurde, lokal in der Filiale zwischengespeichert. Wenn andere Benutzer auf dem selben Netzwerk diese Datei anfordern, erhalten sie fast umgehend Zugriff auf den Inhalt, da er aus dem lokalen Zwischenspeicher heruntergeladen wird und nicht über die begrenzte Bandbreite der Verbindung zur Hauptverwaltung.

5. BitLocker und BitLocker To Go sichern Daten auf Festplatten und austauschbaren USB-Thumb-Drives. Tatsächlich bieten beide Systeme enorme Sicherheitsverbesserungen. Aber IT-Manager müssen daran denken, dass diese Eigenschaften Teil eines noch nicht ganz fertigen Erzeugnisses sind. „Vom Sicherheitsstandpunkt aus ist das Produkt noch nicht da, wo es hinsoll. Firmen, die die Implementierung von Windows 7 erwägen, wären gut beraten, auf das SP1 mit seiner voraussichtlichen Vielzahl von Sicherheitsfixes zu warten“, meint Ariel Silverstone, ein Internetsicherheitsexperte und früherer Direktor des CTO-Büros bei Symantec.

Al Gillen von IDC warnt ebenfalls, dass „die Sicherheitseinstellungen einige Anwendungen zerstören können“. Stellen Sie sicher, dass Sie die Anwendungen vorher gründlich testen.

6. AppLocker verspricht eine noch genauere Kontrollmöglichkeit der Benutzeranwendungen. Es handelt sich dabei um eine Desktop-Sperrvorrichtung, die der IT-Abteilung tonnenweise Helpdesk-Anrufe ersparen soll. AppLocker verhindert unbefugte Internet-Downloads und Software-Installationen und vermeidet so Probleme mit der Kompatibilität, Sicherheit, Beeinträchtigung der Desktop-Leistung und einem unnötigen Bandbreitenbedarf.

7. Federated Search zielt auf die Vereinfachung des Zugriffs auf Daten in lokalen und Remote-Ressourcen ab. Windows Vista verbesserte im Vergleich zu Windows XP die Desktop-Suche, war aber immer noch durch den Rechner beschränkt, auf dem es installiert war. Federated Search ermöglicht es Benutzern, sowohl ihre lokalen Rechner als auch ihre Remote-Repositories zu durchsuchen. Die erweiterten Suchkapazitäten erhöhen die Leistung der Mitarbeiter, ermöglichen jedoch der IT-Abteilung auch eine leichtere Suche über das gesamte Unternehmen hinweg.

„Aber diese Gründe sind nicht die einzigen, die den Upgrade auf Windows 7 zwingend erscheinen lassen“, so Ben Grey von Forrester. Und er fährt fort: „PowerShell, Gruppenrichtlinie, Problemaufzeichnung, Windows-Problembehandlung, Bereitstellungstools und IE8 erregen in unseren täglichen Besprechungen mit Unternehmen großes Interesse.“

Die sieben Hauptgründe, warum man auf Windows 7 umsteigen sollte, sind sicher von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass die Liste in einem Unternehmen kürzer ausfällt.

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