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Für ein großes Unternehmen muss die Migration zu Windows 7 nicht nach dem Motto „alles oder nichts“ verlaufen. In diesem Artikel werden die Elemente der Betriebssystemmigration mit den größten Auswirkungen besprochen und wie deren Kosten mit der Unterstützung einer heterogenen Umgebung ausgeglichen werden.

Migrationen bringen Unterbrechungen mit sich, lassen sich jedoch nicht vermeiden. Das heißt jedoch nicht, dass Sie alles auf einmal durchführen müssen. Sicherlich erhöhen sich durch den Support mehrerer Plattformen, ja selbst neuerer Versionen derselben Plattform, die Support-Kosten (einschließlich für Helpdesk-Personal), und es können dadurch bei der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens Kompatibilitätsprobleme entstehen. Diese Probleme lassen sich jedoch leicht begrenzen, wenn alles gut geplant wird. Sie haben Kontrolle über die Kosten, während Sie die volle Umstellung zeitlich beliebig planen. Nun werden wir uns ansehen, wie man so eine halbe Sache in die Tat umsetzen kann.

Der erste Schritt in einem stufenweisen Migrationspfad besteht darin, dass man sich von der Annahme lösen muss, dass eine vollständige Migration zu Windows 7 stattfinden muss (oder zu einer anderen Plattform – dieser Rat ist für die Einführung einer jeden neuen Technologie nützlich). Denken Sie über Ihre Motivation für die Durchführung einer Migration nach. Hier einige mögliche Gründe:

  • Um die neueste und beste Technologie zu haben
  • Sie benötigen Software (oder ein Merkmal), das nur auf der neuen Plattform ausgeführt werden kann.
  • Sie benötigen aktualisierte Hardware, um alternde Systeme zu ersetzen und Sie möchten keine Mischung.

Ich meine, dass die ersten beiden Gründe nicht ausreichen, um eine unternehmensweite Migration zu Windows 7 zu rechtfertigen. Bisher wurde der Beweis noch nicht erbracht, dass es in Windows 7 ein Merkmal gibt, ohne das man einfach nicht leben kann. Sicherlich sind Sie von Windows Vista vielleicht enttäuscht, vielleicht mögen Sie die Sicherheitsmodelle von Windows Vista oder Windows XP oder die zahlreichen Fixes und Patches, die Sie installiert haben, nicht, oder Sie möchten mit einem neuen Betriebssystem ganz neu anfangen. Das Kosten/Nutzenverhältnis einer software-basierten Migration zu Windows 7 ist nicht überzeugend. Sie müssen die Software kaufen, sie auf jedem Computer installieren und in vielen Fällen müssen Sie wahrscheinlich ein Upgrade eines Teils der Hardware durchführen. Dies ist nicht gerade eine gute Kapitalrendite. Somit bleibt eine Migration zu neuer Hardware und damit eine stufenweise Einführung von Windows 7.

In diesem Diagramm werden die Entscheidung und der Handlungsablauf dargestellt, warum, wann und wie die Migration zu Windows 7 stattfinden kann.

Wenn Sie sich entschlossen haben, eine stufenweise Einführung durchzuführen, müssen Sie entscheiden, wie Sie eine neue hardware-basierte heterogene Umgebung am besten installieren und unterstützen. Es sind drei Hauptbereiche vorhanden, auf die sich IT-Manager konzentrieren sollten: Anwendungskompatibilität, Endbenutzer-/Benutzeroberflächen-Support und Gerätekompatibilität (wahrscheinlich der Drucker).

Die meisten Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner haben eine spezielle Software, die stark vom Betriebssystem abhängt. Diese Softwaretreiber sind für den Betrieb und erweiterte Merkmale der Geräte äußerst wichtig. Selbst wenn Sie mit Ihren neuen Systemen neue Geräte kaufen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie noch keine Windows 7-Treiber haben. Davon sollten Sie sich nicht abhalten lassen. In Windows 7 ist grundlegende Software für mehr Geräte enthalten als in Windows Vista oder früheren Versionen. Für erweiterte Hardware-Merkmale in Geräten wie Scanner und All-in-One-Drucker können die Windows 7-Treiber im Allgemeinen von der Website des Herstellers heruntergeladen werden. Im Laufe der Zeit wird dieser Schritt überflüssig.

Änderungen an der Benutzeroberfläche von Windows 7 sind kein wirkliches Problem. Zumeist werden übliche Aufgaben ebenso wie in Windows XP oder Windows Vista erledigt. Benutzer, die gut mit Windows Vista oder Windows XP umgehen können, dürften mit Windows 7 nicht allzu viele Probleme haben. In den Einrichtungen und den Systemsteuerungselementen unterscheidet sich die Benutzeroberfläche etwas, insbesondere was die Sicherheits- und Firewall-Einstellungen anbelangt. Zum Glück müssen die meisten Endbenutzer damit nicht sehr häufig – wenn überhaupt – umgehen, wobei Ihre Administrationsmitarbeiter geschult werden müssen.

Hier ein ITEV-Artikel, in dem einige dieser Änderungen beschrieben werden: I Know It Is In Here Somewhere: Windows 7 Networking Controls [Ich weiß, dass es hier irgendwo ist: Windows 7-Netzwerkkontrollen].

Weiterhin funktioniert alles, was Sie bereits eingerichtet haben, wie zum Beispiel freigegebene Laufwerke und andere Netzwerkeinrichtungen, problemlos.

Bisher ist diese Hybrid-Idee gar nicht so schlecht, oder? Gerätetreiber: okay. Benutzeroberflächenprobleme? Für Endbenutzer, die der Fokus der Produktivität sind, keine große Sache. Bislang ist also alles in Ordnung.

Bei einer jeden Migration bedarf die Anwendungsunterstützung der meisten Aufmerksamkeit. Daran kann eine Migration scheitern. Insbesondere und ohne bestimmte Anwendungen hervorzuheben, hat Windows 7 Änderungen, die neue Versionen einiger Anwendungen notwendig machen. Bei diesen neuen Anwendungen sind vielleicht Änderungen an der Benutzeroberfläche vorhanden oder Dateiformate, die mit älteren Versionen nicht kompatibel sind. Durch Schulung können Sie mit Unterschieden bei der Benutzeroberfläche verschiedener Anwendungen fertig werden. Zum Glück sind Probleme mit Dateiformaten wegen des immer umfassenderen Supports der Industriestandards, wie das Format „Dokument öffnen“ bald keine Probleme mehr.

Die Kosten für den Kauf der neuen Software können gut der Punkt sein, der einer unternehmensweiten Windows 7-Migration im Wege steht. Vielleicht können ältere Versionen nicht ausgeführt werden, oder eine neuere Version kann vielleicht auf älteren Windows-Versionen nicht ausgeführt werden. Ihr Unternehmen verwendet heute vielleicht MySoft 3.1. Sie müssen auf MySoft 3.5 für Windows 7 umstellen, wobei Version 3.5 auf älteren Windows XP- oder Windows Vista-Systemen nicht ausführbar ist.

Mit dem „XP Mode“ hat sich Microsoft dieses letzten Elements auf effektive Weise angenommen – eine Virtualisierung, die eine Konkurrenz ähnlicher Drittanbieterlösungen wie VMware und Parallels ist.

Virtualisierung ist der neue Liebling der Industrie. Hierdurch kann ein Computer für Gast-Betriebssysteme als Host fungieren. Durch den Windows 7 XP Mode wird innerhalb von Windows 7 ein virtuelles Windows XP-System geschaffen, wodurch ältere Programme ausgeführt werden können. Im Falle von VMware oder Parallels kann innerhalb einer virtuellen Maschine eine Kopie von Windows XP installiert und diese innerhalb von Windows 7 ausgeführt werden, wodurch im Grunde innerhalb des Windows 7-Systems ein zweiter virtueller Computer erstellt wird.

In Pam Bakers Artikel können Sie mehr zum Thema Virtualisierung lesen: How Desktop Virtualization Eases Windows 7 Migration [Wie die Desktop-Virtualisierung die Windows 7-Migration vereinfacht].

Sie können sich entscheiden, neue Hardware zu kaufen, auf der Windows 7 bereits vorhanden ist, und die Anwendungsmigration durch Ausführung des Betriebssystems lediglich als Host für XP Mode, VMware oder Parallels hinausschieben. Benutzen Sie eine frühere Windows-Version, bis Sie die Migration durchführen möchten, und stellen Sie die Nutzung der virtuellen Maschine dann einfach ein. Das Upgrade der Anwendungen kann zu einem beliebigen Zeitpunkt durchgeführt werden (und wenn das IT-Budget dies erlaubt).

Hinweis: Wenn Sie Windows 7 auf vorhandenen Systemen installieren und XP Mode (im Gegensatz zu VMware oder Parallels) benutzen wollen, müssen Sie den Prozessor des älteren PCs einer eingehenden Prüfung unterziehen. Es ist kaum bekannt, dass für XP Mode nur Prozessoren mit „VT-Erweiterungen“ XP Mode in Windows 7 unterstützen. Dieser zusätzliche Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden, wenn Sie sich für ein neues hardware-basiertes Windows 7 im Gegensatz zur Installation von Windows 7 auf Ihren gegenwärtigen Computern entscheiden.

Eine andere Möglichkeit für Anwendungen ist das Software als Dienst (SaaS)-Modell. Es gibt jetzt Google Apps und Microsoft führt Betatests von Office Web 2010 durch. Andere Anbieter haben eine ähnliche Funktionalität. Mit SaaS wird auf dem Client keine Software installiert – die Software wird über das Internet durch ein Abonnementmodell ausgeführt. Mit dem SaaS-Modell wird die Version des Betriebssystems irrelevant (zumindest für Ihre Office-Suite).

Wie Sie sehen, geht es bei der Entscheidung, wie schnell Sie zu Windows 7 umstellen müssen, zumeist um die Anwendungen.

Eine stufenweise Migration ist normalerweise am kosteneffektivsten, soweit sie richtig gehandhabt wird. Für ältere Computer benötigen Sie keine neue Betriebssystemsoftware und Sie müssen sich auch über das Upgrade von Hardwarekomponenten keine Gedanken machen, nur damit Sie das neue Betriebssystem ausführen können. Unter Ihren Benutzern können einige Probleme mit dem Ausbau der Benutzeroberfläche auftreten, aber insgesamt dürfte Windows 7 kein großes Helpdesk-Problem sein. Peripheriegeräte wie Drucker sind immer problematisch, aber auch dies lässt sich bewältigen. Die Anwendungssuite, die Sie in Ihrem Unternehmen benutzen, ist für Ihre Entscheidung wirklich wichtig. Selbst da kann Ihnen die Virtualisierung helfen, dass Sie mit dem Tempo vorgehen, mit dem Sie sich wohl fühlen.

Es gibt hier kein Rezept. Ich habe oben zwar ein Diagramm in der Art einer Programmierung eingefügt. Die Entscheidung ist jedoch sehr, sehr subjektiv.

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