Wenn Ihr Unternehmen mit SAN arbeitet und beabsichtigt auf Windows 7 umzusteigen, sollten Sie ein paar Dinge jetzt erledigen, um sich die nachfolgenden Arbeiten zu erleichtern.
Wenn Sie der Speicher-Manager in Ihrem Unternehmen sind, können Sie Ihre Kollegen vom Desktop-Management ein wenig bedauern. Schließlich ist Windows 7 doch ein Endbenutzerprodukt, oder nicht? Speicher- und Bereichsnetzwerke und netzwerkabhängige Speicher laufen über den Server. Welche Bedeutung hat daher Windows 7 für Sie? Es ist nichts, über dass Sie sich Gedanken machen müssten.

Nicht so schnell.

Es stimmt, dass Windows 7 in erster Linie eine Desktop-Angelegenheit ist und selbst einige Speicher-Anbieter halten die neue Version des Microsoft Betriebssystems nicht für besonders wichtig.

“Windows 7 ist nicht wirklich relevant für uns, da es ein reines kundenseitiges Produkt ist” sagt Sonal Dave von Qlogic Corp. Trotzdem ist, laut Sonal Dave, das Unternehmen ein Teil des Bereitschaftsteams der von Microsoft unabhängigen Hardware-Anbieter, welches  den Faserkanaltreiber verbessert, der am 30. November freigegeben werden soll.

Mehrere der anderen Unternehmensspeicher-Anbieter, wie Brocade Communications Inc. und Adaptec Inc. haben nach Aussage von Dave, daran gearbeitet, dass ihre Produkte zusammen mit Windows 7 funktionieren. Brocade arbeitet mit Microsoft und führt Tests durch, um die Interoperabilität seines SAN-Portfolios zu prüfen, kann jedoch noch nicht sagen, wann diese Tests beendet sein werden. Adaptec wartet darauf, den offiziellen Support für Windows 7 für die Serie 1, 2, 5 und die Serie 5Z RAID-Controller im November bekannt geben zu können.

Da es wichtig ist darauf zu achten, dass Ihr Speicher-Anbieter Windows 7 unterstützt, stimmt es, dass die Anbieter wahrscheinlich keine große Sache daraus machen werden, sagt Greg Schulz, Senior-Analyst bei StorageIO.

“Wenn irgendjemand kommen würde, um zu sagen, dass sein Speichersystem das Beste ist und schon verfügbar ist, würde ich fragen, wo liegt das Problem, gibt es weiter nichts dazu zu sagen?” erklärt Schulz. Da es sich bei Windows 7 um ein wichtiges Programm handelt, ist es so, als würde man die neue Version eines anderen Betriebssystems unterstützen.
Das soll nicht heißen, dass Speicher-Manager der Migration keine Beachtung schenken sollen, sagte Schulz. Zumindest gilt für alle Benutzer “Stellen Sie sicher, dass vor der Migration eine gute Datensicherung durchgeführt wird“ erklärt Schulz.  “Das sollte selbstverständlich sein.”

Besonders in Unternehmen, in denen kein Upgrade von Windows XP auf Windows Vista ausgeführt wurde sind die Benutzer nicht in der Lage, direkt aus Windows XP zu migrieren, da hierzu ein Zwischenschritt bzw. eine Neuinstallation erforderlich ist, sagt Schulz.  Dies hat Auswirkungen auf SAN, da zusätzlicher Platz auf der Diskette während der Konvertierung notwendig ist.  “Es ist nicht wie bei einer normalen Version von Windows XP auf eine andere, bei dem ein Service Pack installiert wird“, sagt er.  “Es handelt sich um eine vollständige Restrukturierung.”

Schulz geht außerdem davon aus, dass die meisten Unternehmen eine zeitlang warten werden, bevor sie mit der Migration beginnen. Sie können natürlich schon morgen upgraden, wenn Sie nichts anderes zu tun haben; ich würde jedoch noch eine Woche, einen Monat oder sogar mehrere Monate warten”, sagt er.  “Lassen Sie erst einmal den ersten Sturm vorüberziehen.”

SAN-Manager können jedoch die Zeit sinnvoll nutzen und ihre Daten bereinigen und reorganisieren, um die Migration zu vereinfachen und umzusetzen.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise eine Software  zur Optimierung von WAN implementieren, z. B. WAAS (Wide Area Application Services), um das zu sichernde Datenvolumen zu reduzieren, sagt Mark Werner, Direktor von  Cisco’s Data Center Solutions. “Mit dem Backup-Fenster dauert es Minuten oder wenige Stunden, aber nicht Tage”, erklärt er.  Version 3.4 von WAAS Mobile wurde erfolgreich auf die Win7 Interoperabilität getestet und zukünftige Versionen werden ebenso einem Test unterzogen.

Unternehmen könnten versuchen, die Art und Weise, wie sie ihre Daten speichern, zu modernisieren, sagt John Savill, Senior Solutions Architect bei EMC Corp. Consulting. Wenn beispielsweise Benutzer ihre Daten lokal auf eigenen Computern speichern, könnte SAN zum Einsatz kommen, sagt er. “Wenn Sie pro Nacht 200 Laptops mit 10 GB Daten migrieren, brauchen Sie ein Terabyte Datenvolumen, um diese zu speichern, erklärt er.

Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, die auf den Benutzer-Computern gespeicherten Daten mit Hilfe einer Ordner-Umleitung auf einem Dateiserver zu speichern, sagt Savill. “Der Benutzer glaubt, dass er auf lokale Daten zugreift, aber in Wirklichkeit wird er  auf den Server umgeleitet”, erklärt er. Abgesehen von der Vereinfachung des Installationsprozesses helfen diese Methoden, die Unternehmensdaten vor Problemen zu schützen, die bei einem Systemcrash oder bei einem Laptop-Diebstahl auftreten.

Wenn außerdem eine Technologie zur Vermeidung der Datenduplikation verwendet wird, können Unternehmen die benötigte Speichermenge um das Zehnfache reduzieren. Wenn zum Beispiel jemand im Unternehmen eine eigene Kopie des Handbuchs über Personalwesen oder den Verkaufskatalog der eigenen Computer besitzt und die Daten individuell gespeichert sind, enthält SAN Dutzende oder Hunderte von Kopien dieser Daten. “Dies ist bei allen Unternehmen unterschiedlich, es kann sich jedoch um eine riesige Menge handeln”, sagt er.

Ehrgeizige SAN-Manager könnten noch weiter gehen und eine virtuelle Desktop-Infrastruktur ins Auge fassen, sagt Savill. Anstatt das Betriebssystem auf dem Benutzer-Computer selbst laufen zu lassen, erklärt er, läuft ein Dateiserver mit einer Virtualisierungssoftware (wie VMware von EMC) auf 20 virtuellen Rechnern, auf denen das Client-Betriebssystem läuft (wie Windows 7).  “Aus der Sicht des Managements ist dies attraktiv, da man sich keine Gedanken mehr machen muss, was auf dem Laptop ist”, sagt er.  Ein solches System macht es einfacher, die unvermeidlichen Patches  in das Betriebssystem zu übernehmen.

Mit der Einrichtung eines solchen Systems lassen sich die SAN-Anforderungen definitiv verstärken – “jeder dieser virtuellen Rechner mit Betriebssystem benötigt eine Festplatte von bis zu 50 Gigabyte“, sagt Savill – Unternehmen können daher Platz sparen, wenn nur inkrementale Unterschiede zwischen den Benutzersystemen gespeichert werden. “Wir kopieren die Festplatte nicht einfach 10.000 Mal” sagt er.  “Wir speichern sie einmal für alle 200 Rechner und machen dann eine Kopie der Differenzen”, sagt er.

Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen mit begrenztem IT-Personal, sind SAN-Manager aufgerufen, konservativ zu agieren, sicherzustellen, dass ihre Anwendungen funktionieren und Wege zu finden, um die Rentabilität zu verbessern und die Migration nicht ausufern zu lassen. Die Gestaltung des Desktop hat große Auswirkungen, wenn Sie Ihre Sache nicht gut machen“, sagt Weiner.

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