Gute Nachrichten: Sie können von Windows XP einen Upgrade auf Windows 7 vornehmen. Verschiedene Tools von Microsoft und anderen Quellen erleichtern möglicherweise den Übergang. Und jetzt die schlechten Nachrichten: Der Upgrade-Prozess ist nicht einfach. Sie sind wahrscheinlich besser beraten, sich einen neuen PC für Windows 7 zu kaufen.

Das erste Problem, mit dem Sie konfrontiert sind, wenn Sie versuchen, einen Firmen-PC von Windows XP auf Windows 7 umzustellen, ergibt sich aus dem nicht unterstützten Upgrade-Pfad.  Sie können zwar eine direkte Aktualisierung von Windows Vista auf Windows 7 vornehmen, da jedoch 72 % aller Desktops mit XP und 18,8 % mit Vista laufen (gemäß Marktanteilsbericht von Net Applications), steht den meisten von uns eine solche Option nicht zur Verfügung.

Daher ergibt sich für Ihr Unternehmen ein viel größeres Problem. Da es keine leichte Aufgabe ist, vorhandene Programme von Windows XP auf Windows 7 zu übertragen, muss der in Ihrem Unternehmen tätige Administrator das tun, was Microsoft eine„benutzerdefinierte  Installation“ nennt. Eine „benutzerdefinierte Installation“ würden die meisten Administratoren als eine Neuinstallation bezeichnen; der gesamte PC-Inhalt wird gelöscht.

Windows-EasyTransfer erleichtert die Übertragung von Dateien und Einstellungen von XP auf Windows 7, jedoch nicht  von Programmen.

Dies kann enorme Probleme verursachen. Während ein großes Unternehmen wahrscheinlich über Standortlizenzen und Installationsabbilder für die auf fast allen PCs verwendete Software, wie Microsoft Office, verfügt, verwenden viele PCs in diversen Abteilungen individuell gewählte Anwendungen.  Weiß man, wo sich der Installationsdatenträger des Verpackungsdesigners  für seine CAD-Verpackung befindet? Wie steht es aus mit dem Tool für die Abbildbibliothek der Marketingabteilung aus? Möchten Sie wirklich alles herunterladen und neu installieren, und zwar nicht nur Firefox, sondern auch für jeden Benutzer ein halbes Dutzend der unbedingt erforderlichen Firefox-Erweiterungen? Das ist für jeden einzelnen Benutzer ein Alptraum und verschlingt viele teure Stunden für jeden im Büro vorhandenen PC.

Microsoft stellt das Tool Windows Easy Transfer zur Verfügung, das für kleinere Büros und Heimbüros (SOHO) sowie für kleine bis mittlere Unternehmen (SMBs) geeignet ist. Es hilft beim Migrieren von Dateien, E-Mail, Bildern und Einstellungen von Windows XP auf Windows 7. Wenn Ihre Benutzer eine Menge Dateien auf ihrem PC anstatt auf  Dateiservern gespeichert haben, ist dieses Tool sehr praktisch.

Größere Unternehmen mit mehreren identisch konfigurierten PCs sollten lieber das von Microsoft angebotene User State Migration Tool 4.0 (USMT) verwenden, um die Übertragung dieser Dateien zu automatisieren. Im Gegensatz zu Windows-EasyTransfer, unterstützt USMT die „Hardlink-Migration“. Mit diesem Dienstprogramm können Benutzerkonten, Dateien und Einstellungen auf der Festplatte des zu aktualisierenden PCs gespeichert werden.

PCMover macht es einfach, nur die von Ihnen gewünschten Konten auf Windows 7 zu übertragen.

Jedoch weder USMT noch Windows Easy Transfer nehmen Ihnen die noch lästigere Arbeit der Programmübertragung ab. Ein Programm, das Ihnen helfen kann ist LapLink’s PCmover.

Denken Sie daran, dass selbst bei Verwendung von PCmover und ähnlichen Programmen, die Ihnen bei der Übertragung der Software Ihres vorhandenen XP-Setup auf die brandneue Windows 7-Konfiguration helfen, nicht die gesamte Software transferiert werden kann.  PCmover kann beispielsweise nicht mit dem populären PC-Suchprogramm Google Desktop arbeiten. Auch andere Software läuft einfach nicht einwandfrei auf Windows 7. Weitere Programme, wie der alte eingebaute E-Mail Client Outlook Express existieren überhaupt nicht in der Windows 7-Version. Um festzustellen, ob Ihre vorhandene Software auf Windows 7 funktioniert, überprüfen Sie den Status bestimmter Favoriten im Windows 7 Compatibility Center.

Möglicherweise sind Ihre treuen Windows XP-Systeme nicht leistungsstark genug für Windows 7. Bestimmte ältere XP-Systeme, wie jene mit 512 MB RAM, lassen sich nicht auf Windows 7 aktualisieren. Theoretisch benötigt ein für Windows 7 vorbereiteter PC einen 1GHz-Prozessor, 1 GB RAM und ein mit DirectX9-Grafiken kompatibles Gerät mit einem Windows Display Driver Modell (WDDM) 1.0 oder höher. In der Praxis sollten die Anforderungen an RAM und Prozessor verdoppelt werden, wenn Sie die Business-Versionen von Windows 7 ausführen möchten:  Professional, Enterprise oder Ultimate. Falls Sie aus Kompatibilitäsgründen mit älteren Windows-Programmen Windows XP Mode verwenden wollen, einem integrierten virtuellen XP-Computer, brauchen Sie zusätzlich 1 Gigabyte RAM.

Beachten Sie genau die Ergebnisse des Windows 7 Upgrade Advisor. Beachten Sie, dass zum Beispiel auf diesem, PC die High-end-Hardware Aero Desktop von Windows 7 nicht ausgeführt werden kann.

Wenn Sie Zweifel haben, ob ein spezieller Computer mit Windows 7 funktioniert, überprüfen Sie mit  Windows 7 Upgrade Advisor von Microsoft, ob Ihr PC mit Windows 7 klarkommt. Zur Anwendung des Upgrade Advisor benötigen Sie außerdem .NET Framework 2.0 oder eine höhere Version.

Der Upgrade Advisor informiert Sie darüber, ob Ihr PC für Windows 7 vorbereitet ist und welche Ressourcen (üblicherweise RAM) vor einer Aktualisierung erforderlich sind. Er stellt auch fest, ob Komponenten, wie Grafikkarten oder Drucker vorhanden sind, für die neue Treiber erforderlich sind, um in Windows 7 zu funktionieren.

Lesen Sie diese Berichte aufmerksam. Wie bereits zu Beginn von Windows Vista, werden einige Geräte nicht unterstützt; andere werden zusammen mit 32-Bit Windows 7, jedoch nicht mit 64-Bit Windows 7 unterstützt.

Ist  die Hardware robust genug? Als Nächstes müssen Sie feststellen, ob Sie gerade 32-Bit oder 64-Bit Windows verwenden. Bei meinen Tests habe ich beispielsweise einen älteren Dell Inspiron 530S verwendet. Dieser PC arbeitet mit Intel 2.2GHz E2200 Prozessoren. Es handelt sich um 64-Bit CPUs, das System läuft jedoch mit 32-Bit Windows XP.

Der einfachste Weg, um die Version von Windows XP festzustellen, ist auf Start zu klicken und dann auf Ausführen; geben Sie sysdm.cpl ein. Auf der Registerkarte „Allgemein“ wird das Betriebssystem angezeigt. Wenn Sie mit 32-Bit Windows XP arbeiten, wird die Windows XP (Version) angezeigt. Wenn Sie mit 64-Bit Windows XP arbeiten, wird die Windows XP (Version) x64 Edition Version angezeigt.

Bei Verwendung von 32-Bit Windows XP können Sie innerhalb von Windows nicht auf 64-Bit Windows 7 aktualisieren. Der einzige Upgrade-Pfad ist der Start  mit der Installations-DVD. Auch wenn Sie PCmover oder USMT verwendet haben, um Daten auf der Festplatte zu speichern, gehen diese Daten trotzdem verloren. Bei diesem Szenario sollten Sie die Datensicherungen und Programm-Backups, die mit Windows-EasyTransfer, PCmover oder anderen Backup-Programmen gemacht wurden, auf einem externen oder Serverlaufwerk speichern.

Obwohl PCmover und USMT behaupten, dass mit ihrer Hilfe eine direkte Aktualisierung durchgeführt werden kann, ist es sicherer, Ihre Programme, Einstellungen und Dateien auf einem externen Laufwerk zu speichern. Dadurch wird zwar die Rückübertragung Ihrer gesamten Windows XP-Schätze zu Ihrem neuen Windows 7 länger, viele Stunden länger dauern,, aber Ihre Daten sind so viel sicherer.

Bewahren Sie auf jeden Fall eine separate und komplette Datensicherung Ihres Computers auf. Die Übertragung auf Windows 7 ist eine Einbahnstraße und der Weg dahin kann etwas holprig sein.  Schon mancher Vista-Benutzer ist in einem tückischen und endlosen Neustartzyklus steckengeblieben.

Wenn sich Ihre Ausrüstung für die Aktualisierung eignet, das Computersystem von allen überflüssigen Daten gereinigt wurde und die Sicherungskopien vorhanden sind, beginnen Sie die Aktualisierung mit der Ausführung von Windows-EasyTransfer oder USMT und PCmover. Der PCmover sollte alles übertragen können, was  Microsoft-Programme importieren und noch mehr. Ich würde aber bei wichtigen Daten  lieber auf Nummer sicher gehen.

PC Mover kann nicht alle Ihre Programme auf Windows 7 übertragen. Hier z. B. müssen sowohl der Adobe Flash Player als auch Google Desktop erneut installiert werden.

In meinem Fall und Verwendung von zwei Dell 530 dauerte es angefangen mit der Installation bis  zum Starten von Windows 7 durchschnittlich 8 Stunden pro PC. USMT, Windows Easy Transfer und PCmover haben alle sehr gut funktioniert. Mit Hilfe von PCmover konnte ich QuickBooks, Firefox, Office 2003 und Office 2007 sowie OpenOffice 3.1 problemlos übertragen.

Trotzdem muss man den PCmover mit Vorbehalt verwenden. Die Übertragung von Musikdateien, bei denen die Verwaltung digitaler Rechte (DRM) mithineinspielen, ist möglicherweise prekär. Außerdem müssen Sie auf den Buchstaben genau die Anweisungen von PCmover für die Migration von Windows XP auf  Windows 7 befolgen. Wenn Sie das nicht tun, kann es sein, dass Anwendungen verlorengehen und neu installiert werden müssen.

Bei bestimmten Szenarien – z. B. bei mehreren identischen PCs mit den gleichen Software-Paketen und bei denen alle wichtigen Dateien und Einstellungen bereits auf einem Server vorhanden sind – können Sie davon ausgehen, dass eine Aktualisierung dann nur halb so lange dauert.  Man muss  jedoch damit rechnen, dass die PCs für mindestens einen Arbeitstag außer Betrieb sein werden. Und im schlimmsten Fall? Chris Hernandez, ein Microsoft-Angestellter im Windows-Anwendungsteam, äußerte vor Kurzem auf dem TechNet blog, dass der viel leichtere Upgrade von Windows Vista auf Windows 7  bis zu 20 Stunden pro PC dauern kann.

Alles in allem ist unter Berücksichtigung des Preises für die Update-Software, den Unterstützungskosten für die Migration und der Benutzerausfallzeit eindeutig erkennbar, dass der wirtschaftlichste Weg für die meisten Unternehmen beim Umstieg von Windows XP auf Windows 7 der ist, neue PCs zu kaufen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die meisten Unternehmen ihre PCs von XP auf Windows 7 migrieren können. Die Frage, die sich jeder selbst und das IT-Supportteam stellen muss, ist die, ob sich die Kosten im Hinblick auf die verbliebene Nutzungsdauer der alten PCs überhaupt lohnen.

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